Hallo,
ich möchte nicht vorenthalten, wie es mir letzten Mittwoch bei der Darmspiegelung ergangen ist. Klar wie Kloßbrühe - ich hatte tierisch Angst davor! Nicht nur vor dem Ergebnis, sondern vor dem Abführen und der Spiegelung und eigentlich am Meisten vor der Kurznarkose mit Propofol. Man liest soviel...
Für alle Ungeduldigen : Eine Darmspiegelung zu machen, wenn man eine Angststörung hat ist überhaupt kein Problem!
1.) Lange nicht so unangenehm, wie man liest
2.) Keine Nebenwirkungen
3.) Keine Ausfallerscheinungen, Bad Trips oder so bei der Spiegelung selbst
4.) Keine nennenswerten Beschwerden nach der Spiegelung (nur Blähungen)
Abführen
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Ich begann also Dienstag Mittag mit der Vorbereitung : 2 Tage Urlaub und ab Mittag keine feste Nahrung mehr (dafür habe ich mir 2 Bier gegönnt). Um Punkt 17 Uhr habe ich mir das erste Glas Moviprep gegönnt. Lecker ist was anderes, aber das kann man wirklich trinken! Tip: Alle 15 Minuten ein 0,2 l Glas ist völlig akzeptabel. Danach einfach mit normalem Wasser nachspülen. Nach einer Stunde und 1 L moviprep rumorte zwar mein Magen, aber ich musste nicht. Angst - hatte ich etwas falsch gemacht? Beipackzettel: Wenn Sie nach 6 Stunden keinen Stuhlgang haben gehen Sie sofort zum Arzt. Super... Aber schon 15 Minuten später ging es dann los. Rohrfrei! Ca. 8 Stuhlgänge und 2,5 Stunden später war der erste Spuk vorbei. Es ist definitiv auszuhalten. Man muss einfach nur auf Toilette. Ich hatte keine nennenswerten Magenschmerzen oder sonstige Nebenwirkungen oder Beschwerden. Für diesen Tag war dann auch Ruhe. Ich konnte komplett durchschlafen.
Am nächsten Morgen um 8 Uhr ging es dann mit dem 2. Liter los. Da ich allerdings schon vor dem Trinken bei meinem alltäglichen morgendlichen Stuhlgang einen kamilletee-artigen Stuhlgang hatte habe ich entschieden nur noch 1/2 Liter zu trinken. Das reichte wohl auch - später lobte mich der Arzt, dass mein Darm sehr gut gereinigt war. Nach den 0,5 l ging es dann knapp 1 Stunde später wieder los - ca. 4-5 Stuhlgänge mit reinem Wasser (Farbe: gelb). So muss es auch sein. Der halbe Liter war mein eigenes Risiko! Bitte nicht nachmachen.
Darmspiegelung
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Dumm: Ich hatte erst um 14.15 Uhr den Termin. Das war das Schlimmste. Ich quälte mich also mit Hunger und Rumoren noch mehrere Stunden zu Hause um auf den Termin zu warten - nicht sehr schön für jemanden mit einer Angststörung. Tip: Früh morgens einen Termin geben lassen. Dort angekommen verlief es sehr sehr schnell und professionell. Ehe ich mich versehen hatte lag ich mit einem Handtuch (nicht vergessen, wie ich!) auf einer Liege in seitlicher Lage und einer Art kleinen Watte in der Nase für die Sauerstoffzufuhr, sowie einem Pulsclip am Finger. Ruhepuls: 100. Geht eigentlich noch für mich! Dann wurde auch schon die Kanüle für das Propofol gelegt. Habe ich ohnehin kein Problem mit. 2 Minuten später war der Arzt da. Geben Sie ihm 4... hörte ich ihn sagen... mich fragen: mir wird schwindelig ist das normal..? und einen Zeitsprung später lag ich schon wieder halbwach und gespiegelt im Aufwachraum. Gemessen an der Angst vor Propofol und der Spiegelung war der 2-Sekunden-Schwindel lächerlich! Und ich habe eine große Angststörung! Es war geschafft! Undzwar ohne große Angst, komplett ohne Schmerzen und auch ohne Panikattacke. Und wenn ich das schaffe, schaffen das Andere auch! Dann die Nachfrage, ob alles ok sei. Der Arzt war neben mir und bejahte. Nichts gefunden. Das wars´. Fast 2 Jahre Angst vor Darmkrebs und vor der Spiegelung. 2 x abgesagt. Und jetzt war es vorbei! Ich hätte heulen können, musste mich aber auf die Blähungen konzentrieren... Ja, der Darm hat viel Luft und man hat leichte Magenkrämpfe, aber glaubt mir, wenn ich sage: Kinkerlitzchen! Der Erfolg über die Spiegelung und das tolle Ergebnis lässt diese Blähungen nichtig erscheinen.
Nach der Darmspiegelung
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Ich liess mich nach Hause fahren, hatte immer noch Blähungen. Aber ich war glücklich. Und hungrig! Durfte wieder alles essen sagte man mir. Zu Hause angekommen habe ich auch gegessen! Die Blähungen waren nach ca. 1-2 Stunden komplett weg. Tip: Viel Bewegen, auch wenn es unangenehm ist. Wenn Bewegen gar nicht geht : Seitlich hinlegen, Beine anwinkeln und Hand auf den Bauch. Jetzt, 1 Woche später ist alles ok. Meine Angst vor dem Allen war viel viel schlimmer als das, was passiert ist. Tip: Spart Euch die Angst. Es ist wirklich harmlos. Eure Angst davor ist schlimmer!
Hoffe damit einigen Mut gemacht zu haben. Nochmal ganz verständlich : Die Darmspiegelung war schmerzfrei, ohne Nebenwirkungen, ohne unangenehme Situationen. Und für mich als Angst- und Panikpatient absolut vertretbar! In 10 Jahren (solange hat man Ruhe) werde ich die Prozedur wiederholen und nicht mehr soviel Angst davor haben! Oh.. und mein Arzt und sein Team waren wirklich toll! Total professionell und beruhigend.
Ein letzter Tip: Googelt nicht nach der Darmspiegelung. Na, wenn Ihr hier angekommen seid habt Ihr das wahrscheinlich schon. Dann hört aber auch auf zu suchen, wenn Ihr das hier gelesen habt! Die Wenigsten schreiben über positive Erfahrungen. Glaubt mir - das schafft Ihr! 100%!
Ich sage tschüss, denn ich habe mir und allen, die unter meiner Angststörung und Hypochondrie leiden versprochen, dass ich das Internet ab danach außen vor lasse. Keine Symptom-Googlelei mehr! Der Blog hat mir sehr gut getan. Sprecht darüber, schreibt darüber. Das war der Anfang vom Ende meiner Panikattacken. Alles Gute!
Climby